14./15.09.2017

Es ist bereits Nacht (21:30 Uhr) als ich am Flughafen Denpasar in Bali ankomme. Im Reiseführer habe ich gruselige Dinge über das Einreiseverfahren gelesen … von einer inoffiziellen Gebühr, die den ansonsten ewig langen Prozess der Einreise beschleunigt … entweder hat sich da im letzten Jahr Grundlegendes geändert oder es lag an der späten Stunde … die Passkontrolle ging recht zügig voran und es musste auch kein Geld den Besitzer wechseln … da ich noch keine Rupiah hatte wäre das auch kompliziert geworden … nachdem ich meinen Koffer ebenfalls recht schnell einsammeln konnte, steigt bei mir die Spannung … ich habe mit meinem Hotel in Ubud einen Flughafen-Transfer vereinbart … also ich habe angefragt … wurde nach den Flugdaten gefragt … habe diese mitgeteilt … aber keine Bestätigung mehr erhalten … ob mich wohl jemand abholen kommt????

Das Gedränge in der Ankunftshalle ist groß … Jede Menge Menschen die Namensschilder hochhalten … ich sichte die Schilder sorgfältig … und tatsächlich ein Schild mit Mrs Prenting … läuft 😉

Als ich aus der klimatisierten Flughafenhalle hinaustrete, ist es als würde ich gegen eine Wand rennen … die Luft ist trotz der späten Stunde immer noch sehr warm … die Luftfeuchtigkeit hoch … die Luft fühlt sich irgendwie schwer an … gut, das Wetter ist jetzt keine Überraschung … wir werden sehen, wie sich die nächsten Tage entwickeln … der Van, mit dem ich nach Ubud gefahren werde ist natürlich klimatisiert, so dass ich sogar froh bin, mein langärmliges Hemd anzuhaben, wäre sonst ein bißchen frisch geworden 😉

Im Dunkeln lässt sich die Unterkunft schwer beurteilen … kommt mir ein bißchen schmuddelig vor … naja … die Maßstäbe sind hier andere … das wird ähnlich wie in Marokko und Ägypten sein … da musste ich meine Einstellung auch justieren 😉

Mein erster Tag in Ubud … die Sonne scheint es ist bereits morgens 26 Grad und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 80 %, aber es geht ein lauer Wind … noch geht es mir gut … ich habe Frühstück inklusive, so dass ich mich erstmal in Ruhe an die neue Umgebung gewöhnen kann.

Wie schon in Marokko und Ägypten habe ich mit den hiesigen Vorstellungen von Sauberkeit und Ordnung schwer zu kämpfen … ich brauche immer ein paar Tage, um damit klar zu kommen, dass z. B. eine deutlich sichtbare Wasserrinnenspur in der Badewanne nicht schlimm ist … oder das riesige, tiefe Löcher im Gehweg nicht abgesperrt sind… um nur ein paar greifbare Beispiele zu nennen … die einzelnen Dinge an sich sind unbedeutende Kleinigkeiten … aber in ihrer Summe fordern sie mich ganz schön. Besonders das Thema Insekten und hier das Thema Moskitos (Malaria und Dengue-Fieber lassen grüßen) machen mich unruhig … die Fenster und Türen sind nicht wirklich dicht … es gibt einen deutlich sichtbaren Spalt … ein Einfallstor für jeden Moskito … und auch das Moskitonetz am Bett hat ein paar Löcher und kann leicht verrutschen, so dass ein Spalt entsteht … also werde ich sehr intensiv mit Moskito-Spray und Insektenschutzcreme arbeiten … zum Glück bin ich bewaffnet [… und gefährlich 😉 ] Das ich bis jetzt noch keine Insekten gesehen habe, heißt schließlich nicht, dass keine da sind.

Aber jetzt erstmal raus und die Stadt erkunden … mein erstes Ziel ist der Monkey Forest … Dabei handelt es sich um eine Tempelanlage in einem Waldstück in dem Affen als heilig verehrt werden und dort leben. Natürlich verpasse ich gleich mal die richtige Abzweigung und mache einen riesigen Umweg bis ich schweiß gebadet am Ziel ankomme … unterwegs komme ich bereits an unzähligen Tempeln (oder zumindest tempelartig anmutenden Gebäuden) und Skulpturen vorbei (siehe Titelbild).

Sie grauen Affen laufen frei herum …man kann Bananenstücke kaufen um sie sich damit auf die Schulter zu locken und Andenken-Fotos zu machen … allerdings sind die Tiere eher ungeduldig … ich kann andere bei dem Versuch, ein entsprechendes Selfie zu machen, scheitern sehen … ohne 2. Mann als Fotograf ein sehr schwieriges Unterfangen … Irgendwie bin ich auch nicht wild darauf von einem Affe „beklettert“ zu werden.

ich begnüge mich damit die Tiere so zu fotografiern und durch die Anlage zu laufen …

die verschlungenen Pfade haben schon was wild romatischens 🙂

…ich werde zusehends durstig … trotz entsprechender Warnungen hole ich … in einem, wie ich meine günstigen, Moment … eine kleine Wasserflasche hervor um etwas zu trinken … ich will sie gerade wieder wegstecken … da kommt einer dieser frechen Racker an … im ersten Moment will ich die Flasche aus seiner Reichweite bringen, dann entsinne ich mich an die Warnungen, dass die Tiere aggressiv werden können, wenn man Nahrung vor Ihnen verstecken will … also lasse ich zu, dass das Tier an mir hochklettert und mir die Flasche aus der Hand nimmt … war zum Glück nicht mehr viel drin … jetzt war ich also doch ein Affenkletterbaum 🙁

Es ist erst 13:00 Uhr mein T-Shirt ist bereits schweißgetränkt, ich bin völlig fertig … und beschließe meine Erkundungstour vorzeitg abzubrechen und zum Hotel zurückzukehren … Ich drehe die Klimaanlage in meinem Schlafzimmer hoch und versuche meinen Körper wieder auf eine normale Temperatur herunter zu bringen … wenn das die nächsten Tage so bleibt, wird das hier eine eher unlustige Veranstaltung … bei der ich nur noch den Tag der Abreise herbeisehne… durchhalten Jutta … es heißt immer, dass der Körper ein paar Tage braucht, um sich an neue klimatische Bedingungen zu gewöhnen. Wird schon werden.

Für morgen habe ich mir einen privaten Fahrer gemietet … mal sehen, wie das wird 🙂

 

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