24./25.07.2017

Nelson ist umgeben von 3 Nationalparks. Die Landschaft ist einfach wunderschön. Für morgen buche ich eine Tour in den Abel Tasman Nationalpark heute fahre ich einfach so ins Blaue und schaue mir den Ort an.

Der Abel Tasman Nationalpark liegt direkt an der Küste. Daher bietet es sich an mit dem Wassertaxi zu einem der Strände zu fahren, zu einem der nächsten Strände zu wandern und sich dort wieder auflesen zu lassen. Ich entscheide mich für die Tour von der Bark Bay zur Anchorage Bay. Das sind ca. 13 km. Die besondere Herausforderungen für mich: ich muss die Strecke in 4 Stunden schaffen, denn sonst ist mein Wassertaxi weg und ich sitze auf der Anchorage Bay fest. Ich habe kein Ahnung, ob ich das schaffe, bei der Buchung wird mir versichert, dass das kein Problem ist. Naja, ich probiere es mal.

Am Morgen werde ich von der Unterkunft aus abgeholt und nach Marahau gefahren, wo das Wassertaxi auf mich und andere Unternehmungslustige wartet. Kuriose Überraschung, das Boot liegt noch auf dem Anhänger als wir alle an Bord gehen. Ich werde also zum ersten Mal „zu Wasser gelassen“. Aber so ist natürlich sicher gestellt, dass wir alle trockenen Fußes an Bord gelangen.

Auf der Fahrt die Küste entlang sehen wir einige Robben. Der Bootsführer fährt extra nah heran, damit wir schauen und Fotos machen können.

Schließlich werde ich an der Bark Bay abgesetzt …. das Boot fährt rückwärts an den Strand … es wird ein Steg ausgekappt, über den ich an den Strand gehe…

… da fährt es hin das Boot und ich bleibe mit einer Richtungsangabe mutterseelen alleine am Strand zurück.

Also gut, jetzt nicht trödeln, nicht das Dir nachher die Zeit davon läuft. Wie könnte es anders sein, ich muss als erstes Mal wieder einen Berg hinauf … bei der Wegbeschreibung stand was von „Gently and moderate“ ich finde das hier aber gar nicht so angenehm eher anstrengend …. schließlich ist die Steigung überwunden und der Weg zieht sich an der Küste entlang und bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke.

Unterwegs begegne ich anderen Wanderer, die mir entweder entgegenkommen oder mich (mal wieder) von hinten überholen. Zwischendurch erhalte ich immer wieder Infos wie weit es noch ist. Ich stelle relativ schnell fest, dass ich nicht allzu viel Puffer habe. Ich laufe ohne Pausen durch. Nach 3 Stunden stehe ich an einem Schild das besagt, dass es bis zur Anchorage Bay noch 1 Stunde ist … ohoh… Jetzt aber hopp. Obwohl ich außer Atem bin und gerne ausgeruht hätte laufe ich weiter. Natürlich kommt ausgerechnet jetzt nochmal ein langes Stück bergauf. Ich hechele so gut ich kann den Berg hinauf. Noch 30 Minuten, dann fährt das Wassertaxi …. spute Dich … zu allem Überfluss fängt auf einmal mein rechts Hüftgelenk an weh zu tun (Überanstregung?) … Zähne zusammenbeißen … weiter gehen … was wenn ich es nicht schaffe? Mit etwas Glück hast Du am Strand Handyempfang … wird zwar wahrscheinlich ein teurer Spaß, wenn extra für Dich nochmal jemand rausfahren muss… aber das lässt sich bestimmt organisieren. Bis nach Marauha sind es weitere 3 Stunden zu Fuß und es ist nur noch 2 Stunden hell …. jetzt mach Dich nicht verrückt vielleicht wartet das Wassertaxi ja auch auf Dich.

Jetzt geht es wenigsten bergab … noch 20 Minuten … ich müsste doch langsam den Strand sehen können …. was für eine blöde Idee …. der Pfad macht eine enge Kurve und noch eine und dann stehe ich auf einmal auf dem Sandstrand …. ok, wenn jetzt das Wassertaxi kommt kann ich zumindestens winken und rufen. Nach einem Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass ich noch knapp 15 Minuten habe, bevor das Taxi ablegt. Beim nächsten Mal weiß ich, dass ich für 13 km länger brauche, ich will schließlich auch mal stehen bleiben und fotografieren können.

Zurück in Marahau fährt das Boot direkt wieder auf den Bootsanhänger, wir werden zusammen mit dem Boot an Land gezogen, bevor wir aussteigen. Ein erstaunlich pragmatische Vorgehen.

Das war eine echte Tortur. Auch wenn der Abel Tasman Nationalpark wirklich sehr sehr schön ist … bei mir wird er immer mit diesem Gewaltmarsch verbunden sein.

Zurück in Nelson humpele ich noch in die City und schiebe mir eine Pizza rein.

Facebooktwittermail

Comments

  1. Für 4,2 km braucht man in gradem/ ebenem Gelände 1 Std. – für 300 m Steigung eine Stunde zusätzlich bei etwa 15 km rechnen. Deine 4 Stunden waren für einen untrainierten Wanderer sehr knapp, da keine Fotostopps o. ä. eingerechnet wurden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.