19.09.2017

Heute steht mal wieder Kultur auf dem Programm. Es geht ins Museum Puri Luksian. Auf Bali gibt eine große Kunstszene, die die traditionellen Techniken und Stile auch heute noch pflegt und mit modernen Einflüssen verquickt. Die Ausstellung ist in einem tollen alten Gebäudekomplex mit herrlicher Gartenanlage untergebracht … kaum habe ich den ersten Raum mit Bildern und Schnitzereien betreten … fällt erstmal der Strom aus 🙁

Im Dustern ist schlecht Bildergucken … und schon gar nicht fotografieren … also schlendere ich erstmal durch den Garten und hole mir in dem hübschen Museums-Cafe mein gratis Getränk, das im Ticketpreis mit drin ist. Nach einer guten Stunde ist das Stormproblem gelöst…

Neben schönen Schnitzereien (siehe Maske im Titelbild) gibt es ganz unterschiedliche Bilder:


G. A. Oka, Kehidupan di Desa, 2017

I Gusti Nyoman Molog, The fight between Kresna and Baladewa, 1968

Es gibt zwei große Themenkomplexe: zum einen Bilder von Landschaften und dem alltäglichen Leben und zum anderen Darstellungen aus der hinduistischen Glaubensmythologie.

Die Unterschiede in den Stilrichtungen und Themen sowie der Wechsel zwischen knallig bunt und monochrom ergeben ein abwechslungsreiches Potpourri.

Zu vielen Bildern gibt es zusätzliche Erklärungen, was das Bild darstellt, so dass man auch noch einiges über die Mythen des Hinduismus erfährt.

Mit voranschreitender Zeit setzt mir die schwüle Hitze wieder zu, so dass ich nach einem ausgedehnten Museumsbesuch den Rückmarsch zum Hotel antrete … erstmal ausruhen, runterkühlen und relaxen… 🙂

Abends ziehe ich dann nochmal los. Heute abend gibt es ein balinesiches Schattenpuppenspiel. Vom Hotel gibt es einen kostenlosen Shuttle-Service der mich zu dem Hotel bringt, wo in einem Hinterhof das Theater aufgebaut ist.

Der Aufbau ist noch ganz althergebracht …. eine Leinwand mit pompösem Goldrahmen und dahinter eine Öllampe, die Licht spendet …

Das gesamte Stück wird von einem einzigen Puppenspieler (Puppet Master) gestemmt …

Das Licht geht aus und es geht los … damit ich Ausländerin zumindest eine Idee habe, worum es in dem Stück geht, habe ich vorher ein Infoblatt auf Englisch bekommen … die Geschichte von Rwa Bineda … ist nicht nur eine epische Geschichte, sondern auch eine philosophische Lektion …. aha also in Prinzip wie bei uns die Märchen und Gleichnisse, da gibt es ja auch immer eine Lehre, die man ziehen soll ….

Es gibt musikalische Begleitung … keine Ahnung ob das Glocken oder eher eine Art Xylophon ist … aber für meine Ohren klingt es sehr fremd und ein bißchen hektisch …vor dem flackernden Licht der Ölflamme beginnen die kunstvoll geschnitzten Schattenpuppen ihren wilden Tanz….

… dann die Überraschung … der Puppenmeister flicht ein paar Gags auf Englisch in sein Stück ein … Bill Clinton und Monika Lewinski sind zwar schon lange passe … trotzdem lustig, dass die plötzlich einen Gastauftritt haben … die Asiaten im Publikum können damit offenkundig allerdings nichts anfangen … nur wenige Zuschauer lachen …

Leider kann man aufgrund des funzeligen Lichts und der schnellen Bewegungen die einzelnen Figuren nur selten richtig gut erkennen. Fotografieren ist auch etwas mühselig …

Insgesamt war es ein netter Abend … es ist schon interessant zu sehen, wie man mit relativ einfachen Mitteln eine Geschichte interessant gestalten kann… ich hatte allerdings gehofft, dass man mehr von den geschnitzten Puppen würde erkennen können. Dann wäre es aber wohl nicht mehr authentisch gewesen 😉

 

 

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