{"id":443,"date":"2017-05-21T04:39:36","date_gmt":"2017-05-21T04:39:36","guid":{"rendered":"http:\/\/madjumpworld.com\/?p=443"},"modified":"2018-11-13T16:32:39","modified_gmt":"2018-11-13T16:32:39","slug":"leaving-quebec","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/madjumpworld.com\/?p=443","title":{"rendered":"Leaving Qu\u00e9bec"},"content":{"rendered":"<p>20.05.2017<\/p>\n<p>Heute ist wieder Reisetag!<\/p>\n<p>Schon um 6:00 Uhr morgens bin ich in meinem Zimmer am Rumwusseln, um mich p\u00fcnktlich um 7:00 Uhr auf den Weg zum Gare du Palais (dem Bahnhof) zu machen. Heute steht Zugfahren auf dem Programm. Der Zug f\u00e4hrt um 8:05 Uhr ab, als ich das Ticket gekauft habe, wurde mir gesagt, das ich um 7:35 Uhr zum Boarding da sein soll. ??? Boarding beim Zug ??? Bin ja mal gespannt. Tats\u00e4chlich geht man nicht einfach auf den Bahnsteig, wartet bis der Zug kommt, sucht sich seinen Wagen und steigt ein. Man wartet in einem Wartebereich, bis der Zug zum Boarding aufgerufen wird, alle stehen sch\u00f6n in einer Schlange und zeigen ihr Ticket vor und lassen den Koffer wiegen. Der bekommt dann einen Aufkleber mit dem &#8222;gepr\u00fcften Gewicht&#8220;. Dann geht man zum angegebenen Gleis, wo an jedem Wagon eine Servicekraft steht und sich vergewissert, dass man auch in den richtigen Wagon einsteigt und ggf. behilflich ist. Hatte einen spontanen Schw\u00e4cheanfall und habe das schwere Teil (mein Koffer wiegt 20 Kilo) von dem hilfsbereiten jungen Mann reinwuchten lassen. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Die Ausstattung des Zugs erinnert mich ein bi\u00dfchen an einen Thalys. Die Sitze sind einen Tick breiter und bequemer als bei einem ICE. Allerdings sieht alles ein bi\u00dfchen robuster und nicht ganz so elegant aus. Die Tischchen sind in den Armlehen versteckt, die dadurch recht klobig wirken.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 8:05 Uhr f\u00e4hrt der Zug dann los. Allerdings erheblich gem\u00e4chlicher als ich es von unseren ICEs mittlerweile gewohnt bin. Leider gibt es in den Z\u00fcgen keine Geschwindigkeitsanzeige &#8230; ich f\u00fchlte mich an alte Zeiten erinnert, als es noch den IC gab. der fuhr bereits schneller als der D-Zug aber noch nicht so schnell wie die sp\u00e4teren ICEs.<\/p>\n<p>Ach ja, wo geht es \u00fcberhaupt hin?<\/p>\n<p>Das Ziel hei\u00dft Toronto. In Ottawa muss ich umsteigen &#8230; irgenwann am fr\u00fchen Nachmittag und so um 19:00 Uhr rum komme ich dann hoffentlich in Toronto an. 11 Stunden im Zug, auch eine Herausforderung.<\/p>\n<p>Ich bin ganz gut ausger\u00fcstet. Kopfh\u00f6rer und iPhone f\u00fcr Musik und H\u00f6rb\u00fccher sind ebenso griffbereit wie der eBook-Reader mit dem Reisef\u00fchrer und das Strickzeug. Au\u00dferdem habe ich Wasser und was zum Knabbern dabei (Trockenfr\u00fcchte und N\u00fcsse). Wenn alle Stricke rei\u00dfen, kann ich immer noch etwas im Zug kaufen. Leider sind die Menschen um mich herum nicht sonderlich kommunikativ. Die \u00e4ltere Dame neben mir schafft es mich bis Ottawa zu ignorieren und aus dem Fenster zu schauen, dort trennen sich unsere Wege. Links von mir sitzt ein P\u00e4rchen, die sind mit eigenen Themen besch\u00e4ftigt. In Montreal steigen eine Menge Reisende aus und neue ein. Darunter ein junger Mann, der sich angeregt mit einer jungen Frau unterh\u00e4lt&#8230; \u00fcber die Deutsche Sprache &#8230; das die sehr kompliziert ist &#8230;und dann sagt er auf einmal recht laut &#8222;Schei\u00dfe&#8220;, was mich nat\u00fcrlich veranlasst mich umzuschauen, k\u00f6nnte ja was passiert sein &#8230; es kommt zu einem kurzen Gespr\u00e4ch (hurra &#8211; jemand redet mit mir) Ich merke jedoch schnell das der geb\u00fcrtige Deutsche aus Bayern, mich nur &#8222;benutzt&#8220; um seine Mehrsprachigkeit unter Beweis zu stellen. Offenbar hat er die junge Dame eben erst kennengelernt und ist nun m\u00e4chtig am Baggern. Na dann, viel Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Irgenwann zwischendurch die nicht wirklich erstaunliche Meldung, dass wir 20 Minuten hinter dem Zeitplan h\u00e4ngen. Nicht weiter schlimm, es ist genug Puffer zu meinem Anschlu\u00dfzug da. Schlie\u00dflich Ankunft in Ottawa. Wer jetzt glaubt, man steigt aus dem einen Zug aus und direkt in den n\u00e4chsten ein, der irrt. Nat\u00fcrlich begibt man sich erst zur\u00fcck in die Bahnhofshalle und stellt sich dort sch\u00f6n brav zum erneuten Boarding an. Da mein Koffer bereits seinen Aufkleber hat, wird er nicht nochmal gewogen. Anschlie\u00dfend l\u00e4uft man dann den ganzen Weg zur\u00fcck um dann ein Gleis weiter als man angekommen ist, in den wartenden Zug einzusteigen. Naja, besonders viel Bewegung werde ich heute ohnehin nicht bekommen.<\/p>\n<p>In diesem Zug habe ich einen Fensterplatz, somit gibt es dieses Mal nur eine potenzielle Gespr\u00e4chspartnerin. Wieder eine \u00e4ltere Dame, allerdings nicht ganz so zugekn\u00f6pft wie die letzte. Ein gro\u00dfes Gespr\u00e4ch will aber auch nicht in Gange kommen. Also schaue ich aus dem Fenster. Parallel zu den Gleisen verl\u00e4uft eine \u00dcberland-Stomleitung. Eine Kindheitserinnerung schie\u00dft mir durch den Kopf. Als ich noch klein war, sind wir \u00f6fter mit dem Zug gefahren, um meine Gro\u00dfeltern zu besuchen. Ich fand die Zugfahrten immer ziemlich langweilig, irgendwann habe ich dann die Stromleitungen neben dem Zug entdeckt. Ich fand damals, dass es ausah als ob sie tanzen: Rauf und runter, mal \u00fcberkreuz, dann wieder auseinander, manchmal sind sie ganz au\u00dfer Sicht, um dann pl\u00f6tzlich wieder aufzutauchen. Die Stromleitungen hier f\u00fchren einen ungleich wilderen Tanz auf. Die meisten Masten sind noch aus Holz und westenlich niedriger als die modernen Stahlkolosse. einige stehen schr\u00e4g oder sind ganz umgekippt und werden von Geb\u00fcsch oder B\u00e4umen gest\u00fctzt. Bei einigen sind die Querverstrebungen schief und verdreht. Teilweise stehen die Masten mitten im dichtesten Buschwerk zwischen B\u00e4umen so dicht umwuchert, dass man nur an den Stromleitungen erahnen kann, dass da drin irgendwo ein Mast stehen muss. An einer ganzen Reihe der Masten wuchern auch Kletterpflanzen empor und haben schon ein gutes St\u00fcck der Stromleitungen gekappert. Einen Moment lang \u00fcberlege ich ernsthaft, ob das wohl gef\u00e4hrlich ist und dass es das in Deutschland nicht geben w\u00fcrde. Man schleppt eben, seinen kulturellen Background immer mit sich herum. Die Landschaft durch die wir gefahren sind, war teilweise recht sch\u00f6n, h\u00e4ufig habe ich aber auch h\u00e4\u00dfliche Ecken gesehen. Autoschrottpl\u00e4tze, Fabrikgel\u00e4nde, Verfallene Geb\u00e4ude. Dann wieder proper zu Recht gemacht Ortschaften. Im Vorbeirauschen habe ich h\u00fcbsche Kirchen mit silbergl\u00e4nzenden D\u00e4chern gesehen. Bei der Botanik hapert es wieder: Fl\u00e4chen mit niedrigem Buschwerk (Heideland?), Birkenwald (wieviele B\u00e4ume machen eigentlich einen Wald?), seichtes Wasser mit Schilf (Flu\u00df, Teich, Sumpf!?) Irgendwo habe ich was von einer k\u00fcrzlichen \u00dcberschwemmung geh\u00f6rt, vielleicht auch noch Sp\u00e4tfolgen?, Wiesen, Felder auf denen aber nichts w\u00e4chst!? Entweder sieht man die braun\/graue Krumme, die offenbar schon vor einer Weile gepfl\u00fcgt worden ist, oder es wachsen sogar erste Grasb\u00fcschel und Unkraut darauf. Im Mai m\u00fcsste aber doch die Saat ausgebracht und erste Pflanzen zu sehen sein? Auf ein oder zwei Felder stehen gr\u00f6\u00dfere Wasserlachen &#8230; vielleicht die besagte \u00dcberschwemmung. Ich bleibe mit meinen Gedanken und Fragen alleine. Die letzte Stunde Fahrt zieht sich wie Kaugummi. Kurz vor der Ankunft wird die Dame neben mir irgendwie nerv\u00f6s, schaut immer wieder hektisch auf ihren Fahrschein. Ich kann erkennen, dass sie offenbar noch einen Anschlu\u00dfzug nehmen muss, wir liegen aber gut in der Zeit, haben nur 2 Minuten Versp\u00e4tung &#8230; schlie\u00dflich fragt sich mich leicht verzweifelt, ob ich w\u00fcsste welche Uhrzeit das sei und deutet auf die Abfahrtzeit des Anschlu\u00dfzuges auf Ihrem Ticket &#8222;19:35&#8220;\u00a0 etwas unbeholfen antworte ich &#8222;half past seven and five minutes&#8220; und f\u00fcge hinzu &#8222;we will arrive at seven minutes after seven, so you will have enough time for the change&#8220;, das beruhigt sie. Ich f\u00fchlte mich an meine erste Begegnung mit dem &#8222;dreiviertelacht&#8220; aus S\u00fcddeutschland erinnert. Was, wenn ich es mir richtig gemerkt habe, 7:15 Uhr meint. Die vielen kleinen Unterschiede \u00fcber die ich auf meiner Reise stolpert, machen mir bewu\u00dft wie vieles ich einfach als selbstverst\u00e4ndlich, als normal, nehme.<\/p>\n<p>F\u00fcr heute genug philosophiert.<\/p>\n<p>Um 20:00 Uhr bin ich endlich in meinem Hotel in Toronto angekommen, habe mir noch schnell den Weg zum n\u00e4chst gelegenen Supermarkt zeigen lassen und f\u00fcrs Fr\u00fchst\u00fcck eingekauft. Mal ehrlich, wer bezahlt mitten in der Gro\u00dfstadt mit zig Gesch\u00e4ften drum herum 24 CAD ( ca. 16 \u20ac) f\u00fcr ein Fr\u00fchst\u00fcck? Selbst bei einem ausgedehnten Brunch bekomme ich den entsprechenden Gegenwert nicht verputzt.<\/p>\n<p>Mein kurzer Blogeintrag ist nun doch relativ lang geworden. Es ist bereits nach Mitternacht. Da in Deutschland schon 6:30 Uhr ist, verbleibe ich mal mit einem &#8222;Guten Morgen&#8220; \ud83d\ude09<\/p>\n<span class=\"synved-social-container synved-social-container-share\"><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-facebook nolightbox\" data-provider=\"facebook\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Facebook\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer.php?u=http%3A%2F%2Fmadjumpworld.com&#038;t=Leaving%20Qu%C3%A9bec&#038;s=100&#038;p&#091;url&#093;=http%3A%2F%2Fmadjumpworld.com&#038;p&#091;images&#093;&#091;0&#093;=http%3A%2F%2Fmadjumpworld.com%2Fwp-content%2Fuploads%2F2017%2F05%2FGareduPalais.jpg&#038;p&#091;title&#093;=Leaving%20Qu%C3%A9bec\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Facebook\" title=\"Share on Facebook\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"http:\/\/madjumpworld.com\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/facebook.png\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-twitter nolightbox\" data-provider=\"twitter\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow\" title=\"Share on Twitter\" href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?url=http%3A%2F%2Fmadjumpworld.com&#038;text=Hey%20check%20this%20out\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px;margin-right:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"twitter\" title=\"Share on Twitter\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"http:\/\/madjumpworld.com\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/twitter.png\" \/><\/a><a class=\"synved-social-button synved-social-button-share synved-social-size-48 synved-social-resolution-single synved-social-provider-mail nolightbox\" data-provider=\"mail\" rel=\"nofollow\" title=\"Share by email\" href=\"mailto:?subject=Leaving%20Qu%C3%A9bec&#038;body=Hey%20check%20this%20out:%20http%3A%2F%2Fmadjumpworld.com\" style=\"font-size: 0px;width:48px;height:48px;margin:0;margin-bottom:5px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"mail\" title=\"Share by email\" class=\"synved-share-image synved-social-image synved-social-image-share\" width=\"48\" height=\"48\" style=\"display: inline;width:48px;height:48px;margin: 0;padding: 0;border: none;box-shadow: none\" src=\"http:\/\/madjumpworld.com\/wp-content\/plugins\/social-media-feather\/synved-social\/image\/social\/regular\/96x96\/mail.png\" \/><\/a><\/span>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.05.2017 Heute ist wieder Reisetag! 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